31 Oktober 2006

Feiertag in der Schweiz

Morgen ist es mal wieder soweit und die katholischen Kantone in der Schweiz feiern mal wieder irgendwas hoch Geistliches. Ich glaube, der Tag nennt sich "Allerheiligen" und aus meiner Zeit in Bayern weiss ich, dass es diesen Feiertag und den damit verbundenen freien Tag nicht nur hier in der Schweiz gibt. Auch im streng katholischen Bayern (und ich glaube noch in ein paar anderen Bundesländern) wird Morgen den ganzen Tag gebetet und dem Big Boss drei Etagen über der Wolkendecke entsprechend Respekt gezollt. So die üblichen Vorstellungen eines streng atheistisch erzogenen Menschen.

Aber aus eigener Erfahrung weiss ich, dass von den meisten "betroffenen" Menschen diesseits und jenseits der Schweizer Grenze dieser freie Tag eher weniger zum Beten etc. genutzt wird.
Da wird denn eher am Häuschen gebastelt, geputzt und gewienert, Dinge getan, die man vielleicht sonst nur zu Weihnachten oder Ostern tut oder oder oder…

Hier in der Schweiz gehört es zu den bevorzugten Tätigkeiten an solchen katholischen Feiertagen, sich ins Auto zu setzen, ca. eine halbe Stunde zu fahren und wie die Heuschrecken in einen nicht-katholischen Kanton zwecks Leerkaufen der örtlichen Einzelhandelsgeschäften einzufallen. Und genauso wird's Morgen in Zürich und dort speziell auf der Bahnhofstrasse sein.

Vor meinem inneren Auge sehe ich jetzt schon streng gläubige Katholiken über die Bahnhofsstrasse und sämtliche Seitenstrassen und –gassen schleichen, die Augen stets Richtung Schaufenster gerichtet und nichts anderes im Kopf als das gerade erhaltene Gehalt möglichst schnell und unnütz auszugeben. Wann sonst kommt man schon mal nach Zürich und kann dort Dinge kaufen, die man vielleicht im örtlichen Einkaufszentrum nicht bekommt.

Leute … in Solothurn, Bern und Schaffhausen kann auch super Shoppen gehen. Es muss nicht immer Zürich sein.

Weshalb ich mich so aufrege … keine Ahnung. Vielleicht weil ich morgen zum Lunch etwas abgemacht habe und genau weiss, dass ich gegen Mittag einmal die komplette Bahnhofstrasse runterlaufen muss. Mal vom Finden eines guten Platzes in einem der durchaus zahlreich vorhandenen gastronomischen Betriebe abgesehen. Dies dürfte mal wieder eine echte Herausforderung werden. Und wenn ich ehrlich sein soll, habe ich genau auf diese Herausforderung so gar keine Lust.

Aber vielleicht bleibt ja auch der grosse Ansturm Morgen aus. Ich würde was drum geben, wenn es so wäre. Kein Gedrängel, kein Gerangel und auch kein Warten an irgendwelchen Schlangen. Das hätte schon was. Einmal frei über die Bahnhofstrasse laufen ohne ständig angerempelt zu werden.

Aber vielleicht habe ich ja wirklich Glück und es wird nicht so schlimm, wie alle schon befürchten. Es soll nämlich kalt werden … und das so richtig. Könnte doch glatt den einen oder anderen Shoppingtouristen von einer Reise ins winterliche Zürich abhalten.

Ich glaube, ich werde mal versuchen, den Wetterdienst zu bestechen. Die sollen durchgeben, dass Morgen mit Schneestürmen und arktischen Temperaturen zu rechnen ist. Das würde bestimmt einige abhalten, dass Haus zu verlassen. Schliesslich könnte man ja auch mal wieder ein bisschen Zeit mit dem Partner oder gar der Familie verbringen. Soll ja sehr förderlich für das Allgemeinwohl sein. Sagt man.

Aber so wie ich mein Glück kenne, werden die Bestechungsversuche nicht erfolgreich sein und auch der grosse Ansturm von Feiertagstouristen wird nicht ausbleiben.
Also werde ich die grosse Ignoranzmaske aufsetzen und einfach meine Umwelt nicht aktiv zur Kenntnis nehmen. Zumindest während ich mich durch die Menschenmassen schlängele.

Bleibt doch alle zu Hause und betet!

Kommentare:

Kühles Blondes hat gesagt…

der pure neid, gibs zu :). zürich ist protestantisch was?
geht mir auch immer so. so sind sie die katholen. immer kriegen sie mehr. kommunion UND firmung statt konfirmation und feiertage bis zum abwinken. nur noch getoppt von den städten mit karneval :).

lorretti hat gesagt…

nee ... da ist bestimmt kein neid vorhanden. der feiertag fällt mir zu bescheiden. wäre es ein montag oder freitag ... ok, denn vielleicht.

kostenloser Counter